Von Hamburg nach Nassau: Joachim Bindl wird ordiniert Drucken E-Mail

thumb_1a-pfrvjoachimbindlquerNASSAU. (3. August 2011) Joachim Bindl heißt der neue Gemeindepfarrer von Nassau. Am 1. August hat er offiziell seinen Dienst angetreten, doch noch halten ihn Kisten und Handwerker auf Trab, bevor er sich ganz den Menschen der evangelischen Kirchengemeinde, zu der auch Winden gehört, zuwenden kann. Es ist die erste Pfarrstelle des 38-jährigen Pfarrvikars, der am Sonntag, 14. August um 14.30 Uhr von Propst Dr. Sigurd Rink ordiniert und in sein Amt eingeführt wird.

Von Hamburg hat es den in Lörrach geborenen und bei Offenbach aufgewachsenen Theologen mit seiner Verlobten jetzt an die Lahn gezogen. „Das ist eine wunderschöne Gegend hier, leider hatte ich noch nicht allzu viel Zeit, sie kennen zu lernen“, sagt Bindl, während er eingekeilt zwischen jeder Menge Umzugskartons im künftigen Amtszimmer im Nassauer Mittelpfad immer wieder zum Telefonhörer greift und ans Pfarrbüro im Haus Beielstein in der Stadt verweist. „Ich bin sehr herzlich empfangen worden und in Frau Höfer habe ich glücklicherweise jemanden, der den Überblick hat“, lobt er die Pfarramtssekretärin. „Das ist ganz viel Wert.“ Fast ein Jahr musste die Gemeinde nach der Pensionierung von Dr. Brigitte Menzel-Wortmann jetzt ohne Pfarrer auskommen.

In der Hansestadt arbeitete Bindl, der in Frankfurt, Bochum und Heidelberg Theologie studierte, als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Sein Vikariat absolvierte er in Dreieich-Buchschlag (bei Offenbach). „Seit meinem Vikariat wusste ich aber, dass ich in einer Gemeinde arbeiten möchte“, erinnert er sich. „Und jetzt wurde es allmählich Zeit von der Theorie in die Praxis zu wechseln.“

Aufgewachsen in einer evangelisch-methodistischen Familie fand er es schon als Jugendlicher spannend, theologischen Fragen nachzugehen. „Ich habe das studiert, was mich am meisten interessierte, und Spaß hat es auch gemacht“, so Bindl; dazu zählte auch der Weg von der freien Gemeinde zur Landeskirche; „wahrnehmen was vor Ort passiert, das fand ich dort eher gegeben“, formuliert der Theologie; auch die Beschäftigung mit ökumenischen Fragen, mit den Menschen anderen Glaubens, mit denen man zusammenlebt.

Im Studium und der wissenschaftlichen Beschäftigung in der systematischen Theologie sieht er denn auch gute Voraussetzungen für die Arbeit in der Gemeinde. Im Spiegel der Bibel Gegenwartsfragen der Menschen aufgreifen, ihre Lebenswelt und ihren Alltag zu begleiten, stehen für ihn im Mittelpunkt an seiner Wirkungsstätte sowie das, was ihn selbst als Jugendlichen an der Mitwirkung in Gemeindegruppen und -kreisen faszinierte: „Ich habe mich einbezogen gefühlt bei den Menschen und in Themen, die mich interessieren.“ So hofft er auch in Nassau, dass sich viele Leute ins Gemeindeleben einbeziehen lassen. Das sei auch ein wichtiger Aspekt für Konfirmanden, meint Bindl.

Zunächst ist zuhören, Beobachten und kennen lernen angesagt, die Menschen, die Gemeindearbeit und -gruppen. Für seine Hobbies Tanzimprovisation und Theaterspielen wird da zunächst einmal wenig Zeit bleiben; zum Joggen bietet dem neuen Gemeindepfarrer das Nassauer Land allerdings mindestens ebenso attraktive Runden wie er sie an der Alster und Elbe hatte. Bernd-Christoph Matern