Von Wiesbaden nach Mainz: Landeskirche zieht Propsteigrenzen neu Drucken E-Mail

thumb_1a-propsteienneu01-2017RHEIN-LAHN/DARMSTADT. (29. September 2017) In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gelten ab 1. Oktober veränderte Propsteigrenzen. Die Gebietsreform betrifft vor allem die Bereiche Rhein-Main und Süd-Nassau. Deutliche Änderungen gibt es auch in Rheinhessen und Starkenburg. So gehört das mit dem Rhein-Lahn-Kreis fast identische Dekanat Nassauer Land ab Sonntag zur Propstei „Rheinhessen und Nassauer Land“, das seinen Sitz in Mainz hat.

Insgesamt wird mit der von der Landessynode schon 2015 mehrheitlich beschlossenen Gebietsreform die Zahl der Propsteien von sechs auf fünf reduziert. Dabei werden die bisherigen Propsteien Rhein-Main und Süd-Nassau in großen Teilen zusammengeführt und zur neuen Propstei Rhein-Main vereinigt. Der Amtssitz liegt dann am Ort der vormaligen süd-nassauischen Propstei. Von Wiesbaden aus ist Propst Oliver Albrecht ab Oktober für den gesamten Bereich zuständig. Die frühere Amtsinhaberin für Rhein-Main, Gabriele Scherle, ist in den Ruhestand gegangen. Die bislang zu Rhein-Main gehörenden Dekanate Groß-Gerau, Rüsselsheim, Dreieich und Rodgau gehören nach der Neuordnung wie schon einmal bis 1996 zur Propstei Starkenburg mit Pröpstin Karin Held (Darmstadt).

Zugleich wird das fast ausschließlich in Rheinland-Pfalz liegende Dekanat Nassauer Land der Propstei Rheinhessen mit Propst Klaus-Volker Schütz (Mainz) zugeschlagen. Die bisherige Propstei Rheinhessen wird deshalb künftig auch den Namen „Rheinhessen und Nassauer Land“ tragen. Unverändert bleiben die Propsteibereiche Nord-Nassau mit Annegret Puttkammer (Herborn) und Oberhessen mit Propst Matthias Schmidt (Gießen). Die hessen-nassauische Kirchensynode hatte die Reform im November 2015 mit knapper Mehrheit beschlossen.

Menschen bleiben im Mittelpunkt

Nach Worten der Stellvertretenden Kirchenpräsidentin der EKHN, Ulrike Scherf, gehört die Neuordnung der Propsteibereiche in einen umfassenden Anpassungsprozess. Er betreffe Gemeinden mit einer veränderten Pfarrstellenbemessung ebenso wie Dekanate, die bis zum Jahr 2022 von ursprünglich 47 auf 22 reduziert werden. Davon sei auch die Kirchenleitung mit den Propsteien nicht ausgenommen. Dabei bleibe es wichtig, dass „nicht Strukturen im Mittelpunkt stehen, sondern Menschen“.

So werde auch künftig „jedes Dekanat und jede Gemeinde einen Propst oder eine Pröpstin haben“. Propsteibereiche seien keine eigenständigen rechtlichen Größen, sondern Visitationsbezirke, erklärte Scherf. Pröpstinnen und Pröpste hätten die Aufgabe, dort „geistlich orientierend zu wirken und geistlich zu leiten“. Dabei spiele die Begleitung der Kirchengemeinden sowie der Pfarrerinnen und Pfarrer durch die Aufgaben der Ordination und Visitation eine wichtige Rolle. Volker Rahn