Zukunft Österreich: Nach 21 Jahren verlässt Martin Stock Frücht Drucken E-Mail

thumb_1pfrmartinstock2014FRÜCHT. (16. Juli 2014) Der Abschied fällt schwer, aber der Aus- und Umzug ist bereits in voller Planung: Nach 21 Jahren wechselt Martin Stock als Gemeindepfarrer von Frücht in die evangelische Pfarrgemeinde Saalfelden in Österreich. Am Sonntag, 20. Juli um 14 Uhr gibt es einen Abschiedsgottesdienst für den engagierten und langjährigen Seelsorger in den Orten Friedrichssegen, Frücht, Miellen und Nievern.

 

"Was nach so langer Zeit für uns spürbar ist, das sind die Beziehungen, die wie Wurzeln gewachsen sind und uns innerlich halten, so dass das Weggehen schwer fällt“, blickt Stock etwas wehmütig auf den Dienst in Frücht zurück. Mit einem zweijährigen und einem siebenjährigen Sohn zog die Familie 1993 in die Gemeinde auf der Lahnhöhe. „Da kamen gleich fremde Kinder auf den Hof, und wir wurden freundlich aufgenommen“, erinnert sich Stock; „eine schönere Kindheit für unsere mittlerweile vier Kinder als in Frücht hätten wir uns kaum wünschen können.“

Groß ist die Zahl an Erinnerungen, die Stock mitnimmt: Viele Gruppen und Kreise wurden gegründet und unter anderem der Kindergarten in Frücht ausgebaut. Besonders gern erinnert er sich an den intensiven Gedanken- und Glaubensaustausch in den Hauskreisen oder auch die Arbeit mit Jugendlichen. Auch in der Landessynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau war Stock sechs Jahre als Synodaler tätig und arbeitete auch an vielen gemeindeübergreifenden Projekten im Dekanat mit.

Während die drei ältesten Söhne zum Studium in Deutschland bleiben, reist der jüngste Spross mit den Eltern mit an den neuen Lebensmittelpunkt in Saalfelden. „Für uns ist dieser neue Schritt hinaus in die Welt eine große aber auch schöne Herausforderung“, sagt der 51-jährige Theologe. Mit der Pfarrstelle in Saalfelden, die zunächst auf fünf Jahre befristet ist, hatte sich die Chance dafür geboten. Dort, am Fuße des Steinernen Meeres, gibt es für Stock ab 1. September fast so etwas wie Pionierarbeit zu leisten, denn erst 1993 erhielt Saalfelden den Status einer selbständigen Pfarrgemeinde. Zu ihr zählen etwa 830 evangelische Christen, die meist aus anderen Regionen oder Ländern zugezogen sind.

Tröstlich im Wechsel sei das, was nicht nur für den Pfarrer, sondern für alle Menschen gelte, dass „egal wo wir hinkommen, Jesus immer schon da ist, und darum sind wir nie ganz fremd.“ Bevor die drei Stocks zur Friedenskirche in Saalfelden und zur Kreuzkirche in Lofer wechseln, wird am Sonntag, 20. Juli erst noch einmal in der Früchter Thomaskirche und während eines Empfangs im Anschluss gebührend Abschied von der Pfarrersfamilie gefeiert. (bcm)