Zwei Naturdenkm?ler flattern friedlich ?ber Misselberg Drucken E-Mail

thumb_1a-flaggekg-misselbergMISSELBERG. (2. August 2011) „Auf dass sie viele Jahrzehnte friedlich über der Gemeinde wehen möge“, sagte Kirchenvorstandsvorsitzender Karl-Heinz Wagner, bevor er zusammen mit Misselbergs Ortsbürgermeister Adolf Himmighofen die neue Gemeindeflagge vor dem Rathaus hisste. Zur 650-Jahr-Feier des Ortes hatte die evangelische Kirchengemeinde Dienethal, zu der auch die Ortschaften Misselberg und Sulzbach gehören, der Ortsgemeinde dieses nicht alltägliche Geschenk gemacht.

Die neue Ortsflagge wurde von Florian Annas entworfen. Kein leichtes Unterfangen wie Ortschef Himmighofen bei der Präsentation des Geschenks erklärte, denn Farben und Form des bedruckten Stoffes sind bei Fahnen und Flaggen strengen heraldischen Vorgaben unterworfen. Annas machte sich kundig und entwarf entsprechende Vorlagen, die dann vom Gemeinderat beschlossen und vom für Wappen zuständigen Landesarchiv in Koblenz und der Kreisverwaltung genehmigt wurden.

Die neue Flagge orientiert sich am Ortswappen der Misselberger, das 1992 kreiert und genehmigt wurde. Sie zeigt auf thumb_1a-650-jahrewappengrünem Grund die beiden Naturdenkmäler, auf die die kleine 90-Seelen-Gemeinde besonders stolz ist, und die gerade in den Sommermonaten immer wieder Ziel von Wanderern, Naturliebhabern und Urlaubern sind: die große Knautheiche in der Mitte und darüber zwei Misselblumen. Letztere wachsen auf einer Fläche von etwa einem Hektar oberhalb der Ortslage. Es handelt sich um eine Zwergform wilder gelber Narzissen, die in Deutschland äußerst selten zu finden sind und die einst schon der Sohn Kaiser-Wilhelms bei einem Besuch in Misselberg 1897 bewunderte.

Die Knautheiche verdankt ihren Namen einem Kurgast, der vor dem ersten Weltkrieg in Nassau weilte und mit zwei anderen Gästen den Misselbergern eine stattliche Spende machte unter der Bedingung, dass der Baum nicht gefällt wird. Es handelt sich um eine Traubeneiche, etwa 150 Meter vom Ortseingang entfernt, deren Alter auf 450 bis 500 Jahre geschätzt wird. Die Hauptäste der mächtigen Krone lagern nach allen Seiten etwa 15 Meter weit aus. Der Umfang des Stammes beträgt – in der Höhe von einem Meter über der Erde gemessen – stattliche 7,50 Meter.

Ortsbürgermeister Adolf Himmighofen dankte der evangelischen Kirchengemeinde für ihr schönes Geburtstagsgeschenk, das sich die Gemeinde gewünscht hatte. Auch Landtagsabgeordneter Frank Puchtler hatte sich an der Finanzierung des flatternden Schmuckstücks an einem stabilen Flaggenmast vor dem Rathaus beteiligt. Die 650-Jahr-Feier von Misselberg wurde mit einem Festabend fortgesetzt. Der zweite Tag der Feierlichkeiten begann dann mit einem großen Festgottesdienst. Bernd-Christoph Matern

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Mit vereinten Kräften: Kirchenvorstandsvorsitzender Karl-Heinz Wagner (rechts) und Ortsbürgermeister Adolf Himmighofen hissen die neue Ortsfahne vor dem Rathaus. Fotos: Bernd-Christoph Matern